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Sebastian Köck

Goretexian

Am Anfang steht ein Ausschnitt, ein Impuls, ein autarker und abstrakter Moment.

Ein wiederkehrendes Leitmotiv in Sebastian Köcks künstlerischer Praxis sind Übersetzungsprozesse, welche sich mit der Kommodifizierung von Material und Ressourcen, sowie deren Bedeutung für eine postindustrielle Gesellschaft auseinandersetzen.

In Form von Skulpturen und multimedialen Installationen kreiert Köck Narrative, die eine singuläre Realität des menschlichen Daseins innerhalb einer Gemeinschaft abzeichnen und gleichzeitig in Frage stellen. Eine Skepsis gegenüber etablierten Behaftungen, bestimmten Eigenschaften und voreiligen Aussagen von Materialien, wird insofern verdeutlicht, dass Köck in seinen Szenarien historische Momente und Referenzen mit persönlichen und latent mystischen Geschichten ergänzt. Als Ausgangspunkte finden sich oft Phänomene, die in einem geschichtlichen Kontext und in Relation zu gesellschaftlichem Fortschritt und Innovation stehen. Es sind Theorien, Strategien und Skizzen, die mit einer Geste der Aneignung in den Ausstellungsraum übersetzt werden. Gemeinsamkeiten und daraus folgende Benennungen stehen im Kontrast zu individuellem Erzählstoff und verschwommenen Erinnerungen.
Es ist ein Hinterfragen von dem, was wir kennen und glauben zu wissen.

Ein weiterer, prägnanter Aspekt, auch in Bezug auf die Installation in der Galerie, ist, dass der Künstler seine Ausstellungsräume in Orte verwandelt. Orte, die durch Wiederholung und Dualität gekennzeichnet sind und welche schlussendlich als Spielfelder und Projektionsflächen für fantastische Quests fungieren. So werden in jüngsten Arbeiten die Grenzen des Ausstellungraums thematisiert, teilweise aufgelöst. Ein Fokus liegt hier auf dem Begriff der Schwelle. Mit beidseitigen Arbeiten auf Papier, die Köck an Fensterscheiben der bespielten Galerieräume befestigt, lenkt er den Blick des Publikums in entgegengesetzte Richtungen. Mit dieser Spaltung und anhand einzelner Fragmente und Schnittmengen, erschließt sich den Besucher*innen nur nach und nach eine Vorstellung von angesprochenen, ganzheitlichen Inhalten. Während ihre Erfahrungswerte sie leiten, werden eine gewisse Offenheit und Neugierde fast schon vorausgesetzt, um ein Lesen der Ausstellung zu ermöglichen, eine Reflexion über Symbole und deren Verhältnisse zur Realität schon fast verlangt.

In der hier gezeigten Ausstellung Goretexian widmet sich Köck einer Beobachtung, welche Zufall, Pragmatismus und Autorenschaft in einem scheinbar hoffnungslosen Miteinander von Mensch und Natur kommentiert: der anonymen Ästhetik spontaner Architekturen. Strukturen, die vor allem eine Funktion erfüllen müssen und über diesen Drang nach Pragmatismus eine eigene Formensprache vorgeben. In einem Zeitalter, in welchem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist, positioniert sich Köck mit seinen Objekten in einem Spannungsfeld von Eingriff und Beliebigkeit, zwischen Undefinierbarkeit und Struktur.

 Am Ende steht die Erkenntnis, die vermeintliche Sicht von der anderen Seite.

 Text: Julius Pristauz

Ausstellungsdauer: 09.07.-08.08.2020

Kunst am Mittwoch:

15. JULI, 15:00-16:30 Uhr
Atelier 6020. Transformation
Kreativ-Werkstatt für Erwachsene
Erforderliche Anmeldung bis 12.07. an: post.kulturamt@innsbruck.gv.at

22. JULI, 18:00-19:00 Uhr
Eintauchen. Kunst & Poesie
Die Kunstwerke inspirieren Sie unter Anleitung zum kreativen Schreiben.
Erforderliche Anmeldung bis 21.07. an: post.kulturamt@innsbruck.gv.at


Bitte beachten Sie die COVID 19-Sicherheitsbestimmungen für die Galerie:
  • Mindestens 1 Meter Abstand halten
  • Bei Führungen und Workshops: Mund-Nasenschutz tragen


VORSCHAU


20.08. – 19.09.2020: Stefanie Salzburger
01.10. – 31.10.2020: Clemens Sellaoui
07.11.2020 – 09.01.2021: Kunstankäufe der Stadt Innsbruck 2020

Änderungen vorbehalten
 
Öffnungszeiten
Montag: 14:00–19:00 Uhr
Dienstag - Freitag: 10:00–19:00 Uhr
Samstag: 10:00–17:00 Uhr
An Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Plattform 6020
Fördergalerie der Stadt Innsbruck

Amraser Straße 2
A-6020 Innsbruck
Tel. +43 512 5360 1651
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