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Veronika Abigail Beringer

Spa

Ausstellungsdauer: 09.09. - 23.10.2021

Das zentrale Element der Ausstellung Spa ist ein handgefertigter verfliester Brunnen, der eine Neuinterpretation der Überreste des Heiligtums der Venus Cloacina auf dem Forum Romanum darstellt. Cloacina wurde von den Römer*innen als Göttin der Reinheit und Sauberkeit verehrt. Ihr Name leitet sich von dem lateinischen Verb cloare (reinigen) ab. Laut Plinius stammt das Heiligtum aus der Zeit der Gründung Roms und es wird angenommen, dass es mit der Anlage der Cloaca Maxima in Verbindung steht. Der Schrein wird auch mit dem römischen Gründungsmythos "Der Raub der Sabinerinnen" in Verbindung gebracht, in dem die Männer Roms eine Massenentführung und — nach Ansicht einiger Historiker*innen — Vergewaltigung junger Frauen aus den anderen Städten der Region begingen. Nach Beendigung des Streits durch die Sabinerinnen, die nun mit den Römern verheiratet waren, sollen die Römer und Sabiner ihre Waffen im Heiligtum der Venus Cloacina niedergelegt und dort eine Reinigungszeremonie durchgeführt haben.

Durch den weiblichen Blick der Künstlerin wird der Brunnen zur Metapher für Reinigung, Versöhnung, Transformation und Rein-Waschung. Der Fokus auf die Ruinen erlaubt es ihr, eine alternative Interpretation der Geschichte durch die Herstellung von Objekten neu entstehen zu lassen. Spa reinszeniert die Suche der Sabinerinnen nach Heilung von Gewalt durch sanftes Handeln. Der Brunnen wird zu einem kollektiven Moment der Selbstreflexion und Fürsorge, um Frieden zu schließen und weiterzugehen.

Neben dem Brunnen werden weitere Arbeiten wie Ölmalereien, Textil-Arbeiten aus Seide und Keramikobjekte gezeigt, die sich ebenfalls mit dem Thema Reinigung und Self-Care beschäftigen. Hierbei wird die Göttin Venus Cloacina als Sinnbild von Schönheit, Sexualität, Mutterschaft, Reinigung und Weiblichkeit in all ihrer Widersprüchlichkeit aufgegriffen: Wie kann die Göttin der Schönheit ebenso die Göttin des Abwasserkanals sein?

Leider kann der Brunnen aufgrund der Räumlichkeit nur ohne Wasser gezeigt werden. Das fehlende Wasser deutet auf eine Problematik hin, die Spa adressieren möchte — (Selbst) Pflege, Betreuung, Instandhaltung, künstlerische und reproduktive Arbeit sind Bereiche, die häufig wenig bis gar nicht berücksichtigt werden. Text von Carlota Mir

Zur Person:
Veronika Beringer (*1990, Götzens) hat Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien (Prof. Judith Eisler) und an der Fakultät Belas Artes Lisboa studiert.
Anhand der Metapher von Wasser hat sie in ihrer Diplomarbeit Allround Schwimmer ihren Arbeitsprozess reflektiert, basierend auf der Zirkulation, Appropriation und Transformation von Material und Ideen. Wasser ist besonders durch seine Übergängigkeit gekennzeichnet. Es ist sozusagen die Metapher einer Metapher — das Übergehen von einem ins andere. Diese Denkweise, dass alles fließt, sich zersetzt, verändert, irgendwo ablagert und Neues bildet, liegt ihren Arbeiten zugrunde. 2016 wurde ihr Kurzfilm grenzenlos mit dem Radar Award ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden u.a. in den Krinzinger Projekten, Parallel, New Jörg und ORF Funkhaus Wien gezeigt.


Kunst am Mittwoch:

29. SEPTEMBER, 18:00–19:00 UHR
Vertiefen. Künstlerin im Gespräch

Die Künstlerin spricht zur Ausstellung und erzählt interessante Aspekte zu ihrer Arbeit.
(Ohne Anmeldung)

13. OKTOBER, 15:00–16:30 UHR
Atelier 6020 kids. Durch Dick und Dünn

Kreativ-Werkstatt für Kinder von 6-11 Jahren
Wir tauchen in die Kunst der Seidenmalerei ein und bringen unsere Lieblingsfarben zum Leuchten.
Anmeldung bis 10.10. per Email an: post.bildende.kunst@innsbruck.gv.at


Bitte informieren Sie sich vor der Veranstaltung hier über die akuellen Covid-Bestimmungen.


Covid-Sicherheitsbestimmungen in der Galerie:

  • Das Tragen einer FFP2-Maske ist für Ungeimpfte verpflichtend. Für alle anderen wird es empfohlen.


Änderungen vorbehalten
 
Öffnungszeiten
Montag - Dienstag: 14:00–19:00 Uhr
Mittwoch - Freitag: 10:00–19:00 Uhr
Samstag: 10:00–17:00 Uhr
An Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Plattform 6020
Fördergalerie der Stadt Innsbruck

Amraser Straße 2
A-6020 Innsbruck
Tel. +43 512 5360 1651
post.bildende.kunst@innsbruck.gv.at