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Kunstankäufe der Stadt Innsbruck 2020

Ilse Abka Prandstetter, Friedrich Biedermann, Othmar Eder, Robert Freund, Sophie Gogl, Oliver Laric, Roland Maurmair, Michaela Niederkircher, Ekehardt Rainalter, Peter Sandbichler, Nora Schöpfer, David Steinbacher, Lukas Thaler, Maria Walcher, Margret Wibmer

Ausstellungsdauer: 06.11.2020 - 30.01.2021


Die Galerie ist aufgrund der aktuellen Covid-19-Verordnung des Bundes bis auf Weiteres geschlossen.


Oliver Laric

Grotesque Helmet, 2020
Oliver Laric ist vor allem für seine Skulpturen und Bilder bekannt, welche aus der Aneignung von bestehenden Skulpturen entstehen. Mit verschiedenen Methoden der Digitalisierung, wie der 3D-Scan und Photogrammetrie, generiert er digitale Objekte, welche die Basis für seine eigenen Arbeiten bilden. In den neuesten Arbeiten von 2020 befasst sich Laric mit Büsten, Helmen und Rüstungen und greift die Thematik der zweiten Haut und des Schutzes auf eine entsprechende Weise auf. Ausgehend vom Grotesken Helm von Konrad Seusenhofer beginnt er sich mit dem Thema von unkonventionellen Helmen auseinanderzusetzen. Laric fertigte zunächst einen 3D-Scan des Helmes an. Bei dieser Aneignung geht es ihm nicht um eine rein historische Bestandsaufnahme, sondern mehr um die Darstellung des ursprünglichen Entwurfkonzeptes und einen neuen Ausgangspunkt für weitere Projekte, welche möglicherweise nach dem Download dieser Datei verwendet und adaptiert werden. Dieser Fokus seiner Arbeiten verweist auf den Idealzustand der Skulptur und blendet Abnutzungen/Beschädigungen aus beziehungsweise fügt fehlende Teile hinzu. Somit weist auch der Grotesken Helm von Laric nicht die üblichen Risse auf, welche wir beim Original im Museum Goldenes Dachl sehen können, sondern zeigt die ursprüngliche Ausarbeitung des Helmes. Er entschied sich bewusst, die heutige Patina nicht zu thematisieren, um so den Fokus des Grotesken zu schärfen.

Ekehardt Rainalter
Rechnung, 2017
Das Werk nimmt Bezug auf eine Musiktheater-Performance des Künstlers, welche im Freien Theater Innsbruck stattfand. "Excel - Die Zahlenoper" behandelt die universelle Sprache der Mathematik als Pendant zum schlechten Englisch. Als “Bad simple English“ wird oft scherzhaft unsere Kommunikationsweise, jene der vielreisenden Erste-Welt-BewohnerInnen bezeichnet. Im Theaterstück wird unsere alltägliche Zahlenkultur verhandelt. Der Umgang mit Microsoft Excel gleicht dem schlechten Englisch in seiner trügerischen Behauptung von Professionalität. Die meisten NutzerInnen verwenden in diesen Tabellen einfache Grundrechnungsarten welche Sie in frühester Kindheit erlernt haben und erstellen Zahlenfolgen für Vorträge und Besprechungen. Dieses starre System kennt keine Fehler und ist zugleich voll davon. Schon Kinder lernen mit solchen Fehlern umzugehen - nur auf eine viel schönere und nicht weniger komplexe Art und Weise. Das Bild gibt diesen Sachverhalt wieder.

Friedrich Biedermann
Periodic System aus der Serie 2013_3/7, 2013
Bild als Metapher für organ(isator)ische Systeme - Periodic System 2013 ist ein ikonisches Periodensystem, eine Art eigenes Bilduniversum, in welchem die einzelnen Elemente in assoziativer Weise zueinander gesetzt sind. Jedes System wirkt und ist anders, hat eine eigene Struktur, Form und Farbe. Jedes System stellt eine einzigartige Welt dar, die sich durch eine eigene Struktur stabilisiert, über eigene Regeln und Wirklichkeiten verfügt und ein Eigenleben führt. Bestehend aus einzelnen, unterschiedlich vielen Elementen zeigen sich in jedem System wiederkehrende Muster, komplexe Wechselwirkungen, aber auch Widersprüchlichkeiten.

Margret Wibmer
VICTOR, 2011
Victor ist Teil einer Serie, die Margret Wibmer 2010 in Japan für eine Ausstellung produzierte. Viele ihrer Arbeiten die zwischen 2005 und 2012 entstandenen sind, zeigen eine Frau posierend mit einem Gegenstand, meist ein technisches Gerät oder ein Haushaltsutensil. Sie interessiert die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt und die Rolle der Frau in der Werbungfotografie, zudem sind die Objekte in ihren fotografischen Arbeiten eine Schnittstelle zwischen Mensch, Umgebung und Geschichte. Der Hund auf dem Bild ist eine Reproduktion von Nipper, der Foxterrier aus His masters voice der in den Schalltrichter eines Fonografen hineinlauscht. Dieses wurde zum Markenzeichen der amerikanischen Plattenfirma The Victor Talking Machine, die später von RCA, dem ersten amerikanischen Radiosender, aufgekauft wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Beziehungen zwischen RCA und seiner japanischen Tochtergesellschaft JVC immer enger. Das Logo mit Hund wurde zum Symbol der japanischen Victor Records.

Lukas Thaler
A Disguised Form of an Old Toad (Nuppeppō VII), 2019
Die zentralen Charaktere der Serie, sind zwei Figuren aus der japanischen Folklore. Nurikabe ist ein Geist der sich als Wand manifestiert, sich reisenden in den Weg stellt und sie in die Irre führt. Sein Name bedeutet „Gipswand“. Oft wird er als eine sich selbst verputzende Wand dargestellt. Nuppeppo ist ein undefinierter, faltiger Fleischklumpen mit kurzen Gliedmaßen und einem unerträglichen Körpergestank. Geschminkt und als Mensch getarnt, zieht er in der Nacht ziellos auf Friedhöfen und in Tempeln umher. Der Verzehr seines Fleisches wird mit ewiger Jugend belohnt. Er ist eine Mischform aus Objekt und Subjekt, ein animiertes Stück Fleisch mit unklarer Konsistenz und einem rätselhaften Charakter. Ein Trickster, dessen Erscheinung ständiger Transformation unterliegt und undefinierbar bleibt.

Othmar Eder
Martim Moniz - Lisboa, 2017
Die Zeichnung ist das zentrale Medium von Othmar Eder. In feinen Schraffuren - vorwiegend in Schwarz-Weiß - entstehen meist beiläufige Naturmotive, Landschaften oder Alltagssituationen, die auf den ersten Blick wie Fotos wirken. Überlagerungen, Unschärfe, bei gleichzeitig stilistischer Genauigkeit, suggestive und surreale Atmosphären lassen Brüche entstehen, die ein gekonntes Spiel mit der Wirklichkeit zeigen. Sein Interesse liegt dabei im bewusst langsamen Übertragen via Kohle- oder Transparentpapier, mit Bleistift oder Farbstift auf Papier. Das Übertragen der Vorlage mit Kohlepapier, Bleistift und Farbstift erlaubt ihm ein mehrschichtiges malerisches Zeichnen mit feinsten Hell-Dunkel-Abstufungen. Eder nutzt die weiche, pulvrige Ästhetik der unterschiedlichen Grau- und Schwarztöne des Kohlepapiers, die je nach Druck des Stiftes entstehen, und hat so eine ganz eigene Methode des Zeichnens entwickelt.

Roland Maurmair
Tree circuit, 2015
Roland Maurmairs Arbeit "Tree Circuit" (zu dt.: Baumschaltung) ist ein in eine Frottage einer Baumscheibe eingearbeiteter Holzschnitt. Zu sehen ist ein Schaltplan, dessen Verästelung als Analogie zu den Verzweigungen der Äste und Wurzeln der Bäume zu verstehen ist. Die Symbiose von technischen und natürlichen Elementen, wie in dieser Arbeit, ist in Maurmairs Schaffen ein wiederkehrendes Motiv.

Robert Freund
Triebwerkschaden 7, 2005
Robert Freund erzählt Geschichten. In inszenierten, gerne großformatigen Bildräumen eröffnet er für sich wie für die BetrachterInnen assoziative Geschichten zum Weiterdenken. Die oft rätselhaften Hintergründe dieser neuen Realitäten interessieren ihn dabei mehr als die reale Dingwelt. Die Geschichten, die Robert Freund erfindet sind nie linear. Hier wird nicht in einem literarischen Sinn erzählt. Als Maler nützt Freund die Chance der Gleichzeitigkeit des Bildes. Auch Freund schöpft aus dem Alltag, aus einer Wahrnehmung in Echtzeit, vor allem jener der sozialen Wirklichkeit und ihrer aktuellen Veränderung. Mit ironisch-kritischer Sicht auf die Gesellschaft formuliert er Doppeldeutigkeiten und widersetzt sich so einer ideologisch eindeutigen Interpretation.

Sophie Gogl
Asshole Flower, 2018

Ilse Abka-Prandstetter
lachend, 2019
Ilse Abka-Prandstetter begann nach dem Abschluss ihres Studiums an der Akademie der bildenden Künste in Wien ihre künstlerische Karriere mit der Herstellung von Wandteppichen. Ihr eigentliches Metier ist die Malerei. Neben der reinen Malerei in Öl bzw. mit Pigmenten erprobte sie immer wieder neue technische und formale Möglichkeiten. In der Serie “das verlassene Gewand” verzichtete Abka-Prandstetter erstmals auf Keilrahmen und gibt den Arbeiten so eine Dreidimensionaltät, die wiederum an die Wandteppiche ihrer Anfangszeit erinnern.
An der Serie “Das verlassene Gewand” zu der auch die Arbeit “lachend” gehört, arbeitet die Künstlerin seit 2018. Die gekneteten und geformten Leinwände erinnern an von Tälern und Schluchten durchzogene Landschaften. Je nachdem wie intensiv sie das Schwarz auf die Erhöhungen und Vertiefungen aufbringt wird der Landschafts- oder Seelencharakter unterstrichen. Zugleich erinnern ihre Arbeiten an zarte chinesische Tuschemalereien oder expressive Holzschnitte in Schwarz-Weiß.

Nora Schöpfer
floating realities 2, 2019
In ihren aktuellen Arbeiten geht Nora Schöpfer den Fragen über Wahrnehmung, Wirklichkeitsentstehung und damit verbundenen ästhetischen Denkprozessen nach. Visualisierungen der Erfahrung von Kunst, und deren Wahrnehmungsvorgänge stehen dabei exemplarisch für das Entwickeln von Vorstellungen allgemein, und somit für ein Denken aus- und in Bildern. Besonders interessieren sie die fluiden Prozesse, das relationale Werden von geistigen Vorstellungen und deren Umformungen unserer Realität, sowie eine damit verbundene Reflexion von Denkmustern und gewohnten Sichtweisen.
In Serien "aesthetic thougts" oder "aesthetic thought spaces" folgt sie fiktiven, visuellen Spuren von Wahrnehmungsprozessen. Es ist ein Überlagern innerer und äußerer Bilder, welches das Wahrnehmen aus dem Erfahren, Erinnern und Einbilden nachzeichnet und mit Zeit- und Raumverhältnissen, Eigenwahrnehmungen und Interdependenzen experimentiert. Die Phänomene von Zusammensetzung und Auflösung, der Übergang von einem Moment zum anderen und der Raum dazwischen werden dabei durch ein fließendes Umstrukturieren der Materie visualisiert, um so das kontinuierliche Zusammensetzen von Vorstellungen zu imaginieren.

Michaela Niederkircher
deconstruction, aus der Werkreihe: stille räume, 2015
Niederkircher schafft Bühnen, auf denen der Vorhang geöffnet wird zwischen den Akten. In ihren Interieurs gerät das Abtasten der Dinge zur minutiösen Suche nach der verlorenen Zeit, um sie wiedergewinnen zu können. An den Gebrauchsspuren, an den vergilbten Tapeten sieht man, in Licht und Tonigkeit getaucht, dass das Leben schon mal lebhafter gewesen sein muss. Die Künstlerin tritt in den gelebten, verlassenen Raum ein. Den Kammern und Innenwelten merkt man die Vergangenheit an. Die Patina hat sich über die Vitalität und Aktivität gelegt. Aber nicht hämisch, sondern fast neutral, schildern die Aufnahmen Reste und werden damit berührend. Die Momentaufnahme lässt das Davor und das Danach grundsätzlich mitschwingen. Mit der Auswahl der Motive, der Blickwinkel, der Tonigkeit sowie der Licht- und Schattenmassen kann die Künstlerin jedoch Akzente setzen, die den Faktor „Zeit“ deutlicher ins Bewusstsein schieben.

Peter Sandbichler
Ohne Titel, 2015
Peter Sandbichler setzt sich in seinen Skulpturen, Wandobjekten und Rauminstallationen mit der Interpretation und Lesbarkeit aktueller gesellschaftspolitischer Fragestellungen und deren bildlicher Umsetzung auseinander. Zeitungsartikel und gefundene Objekte aus dem Alltag sind häufig das Rohmaterial, welches in einem bildhauerischen Prozess im Atelier des Künstlers zu großformatigen und formal eindringlichen Werken verarbeitet wird. Dabei spielen Prozesse des Faltens, des Sampelns und des Abtastens eine Rolle. Die daraus entstehenden Formen und Strukturen beinhalten und präsentieren die ursprünglichen Informationen des gefundenen Materials in veränderter, teils versteckter Form, indem Kontexte verlagert und Inhalte durch Verschiebungen und Faltungen teils in sichtbarer, teils in verborgener Form deutlich werden. Neben ihrer inhaltlichen Ausrichtung vermitteln Sandbichlers Werke emotionale Botschaften und ermöglichen eine kraftvolle ästhetische Begegnung.

Maria Walcher
Knoten, 2017
Der Moment, in dem ein Knoten in ein Taschentuch gemacht wird, ist auch der, in dem man sich entscheidet, sich nicht mehr aktiv an etwas zu erinnern. Das zu Erinnernde wird in das Taschentuch geknüpft, aus Angst es zu vergessen. Welche Erinnerung in dieses Taschentuch aus Porzellan geknüpft ist, bleibt offen. KNOTEN ist Teil des Projekts „LETHE“, in dem sich Maria Walcher mit dem Thema Vergessen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auseinandergesetzt hat und diese verschiedenen Ebenen in einer Reihe von Arbeiten in den Raum stellte.

David Steinbacher
Nordsee II (Cuxhaven), 2015, aus der Serie: Meerblau
Der Auslöser für die Idee zu dieser Bildserie war eine Schwarzweiß-Fotografie, die David Steinbacher 1999 beim Besuch des Walter Benjamin Memorials in Portbou machte. An wenigen Orten berühren sich Sehnsucht und Hoffnungslosigkeit so unmittelbar, wie beim Blick auf den Horizont des Meeres an diesem politisch belasteten Ort des Erinnerns. 2014 begann er, in Gedenken an diesen für ihn so beeindruckenden Moment, diese Bildserie. In den Fotografien verbinden sich die Faszination an punktuellen Zeitaufnahmen, gesellschaftspolitische Fragestellungen zu den aktuellen Flüchtlingsbewegungen, aber auch kunsthistorische Bezüge wie etwa die vielleicht berühmteste Strandszene der modernen Kunstgeschichte des Westens – nämlich Caspar David Friedrichs Mönch am Meer.

Textquellen: Künstlerinnen/Künstler


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